Frau sitzt sorgenvoll hinter dem Steuer wegen ungeplanter Ausgaben

  • Sep 18, 2025

Reserven für den Ernstfall

  • Carina Schaurte
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Martina erlebt, warum ein Notgroschen entscheidend ist. Erfahre, wie du Rücklagen, Liquidität und Cash-Reserven für echte finanzielle Sicherheit aufbaust.

Ungläubig starrt Martina auf das Lenkrad ihres kleinen Elektro-Lieferwagens. Nichts geht mehr. Mitten auf der Straße ist das Auto plötzlich ausgegangen – und das genau heute, wo sie in einer Stunde ein wichtiges Firmen-Event beliefern muss. Panik steigt in ihr auf.

Zum Glück kann sie Lisa erreichen, ihre Freundin und inzwischen auch stundenweise Mitarbeiterin. Eigentlich sollte Lisa schon am Veranstaltungsort alles vorbereiten, doch jetzt biegt sie hinter Martina in ihrem Kombi ein. Gemeinsam laden sie hastig die Speisen um. Während Lisa das Catering übernimmt, bleibt Martina zurück und wartet auf den ADAC.

Sie ist erleichtert, dass sie inzwischen Hilfe hat. Früher, als sie noch alles allein gestemmt hat, wäre so ein Ausfall eine Katastrophe gewesen. Doch gleichzeitig schleicht sich ein anderer Gedanke ein: Kann ich mir das wirklich leisten? Die Reparatur des Lieferwagens wird teuer. Lisa kostet sie ebenfalls Geld, auch wenn sie gerade erst anfängt, mit ihrem Business Gewinne zu erzielen. Und ihre Rücklagen? Die hat sie – auf Anraten ihres Bankers – fast vollständig in einen Strategiefonds gesteckt.

„Wenn das mal gut geht“, denkt Martina, als sie an den Abendauftrag denkt. Durch den guten Preis für den Kunden und Lisas Unterstützung bleibt kaum etwas hängen. Wenn dieser Job nicht zu Folgeaufträgen führt, war all die Mühe umsonst. Dann müsste sie womöglich den Fonds mit Verlust verkaufen, nur um die Reparatur zu bezahlen. Und was, wenn sie Lisa dann nicht mehr weiter beschäftigen kann? Sie weiß, wie sehr Lisa den Job braucht – mitten in ihrer Scheidung ist er für sie ein wichtiger Halt.

Hätte ich doch nur ein finanzielles Polster, seufzt Martina. Sie rechnet nach: Mit ihren monatlichen Fixkosten von rund 5.000 Euro für Miete, Lebensmittel und Gehälter wären 20.000 Euro Rücklagen schon ein guter Start. Noch besser wären 30.000 Euro – das würde sie sechs Monate absichern und genug Luft lassen, um ungeplante Ausgaben ohne Stress abzufedern.

Der ADAC-Mitarbeiter bestätigt ihre Befürchtung: Die Batterie ist hin, eine teure Reparatur steht an. Geschockt ruft Martina ihren Banker an. Der wiegelt ab: „Kein Problem, Sie haben ja einen Dispo. Einfach nutzen, und später wieder ausgleichen.“ Martina ist erleichtert – bis sie den nächsten Kontoauszug sieht. 10 % Zinsen verlangt die Bank für die Überziehung.

Das sitzt. Noch am selben Abend fasst Martina einen Entschluss: Sie wird ein Tagesgeldkonto eröffnen und dort nach und nach sechs Monatsausgaben als Notgroschen ansparen. Damit sie beim nächsten Mal nicht wieder so überrascht dasteht.

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