Frau wütend über Bankauszug

  • Sep 12, 2025

Martina – zwischen Familie, Firma und Finanzen

  • Carina Schaurte
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Lerne Martina kennen, eine Unternehmerin, Mutter und Ehefrau, die beschließt, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und ihr Finanzwissen aufzubauen

Martina, eine 40jährige Mutter von zwei Kindern– Max (12) und Leonie (10) – schaut verwirrt auf den Brief in ihrer Hand. Es ist ein Schreiben ihrer Bank, mit jeder Menge Zahlen – die jährliche Aufstellung ihrer Kosten und der Entwicklung ihrer Konten und ihres Depots.

Als Selbstständige mit eigenem Catering-Unternehmen ist sie mit Finanzfragen vertraut. Sie hatte bereits für die Gründung ihrer Firma einen Kredit aufgenommen – garantiert von ihrem Mann, einem Zahnarzt mit eigener Praxis. Das war ihr damals schon sehr unangehem gewesen und sie hat sich gefragt, in welchem Jahrhundert sie eigentlich lebt. Bei dem Kredit für die Praxis ihres Mannes wollte niemand weitere Sicherheiten. Aber bei ihr hieß es: nun ja, sie haben kleine Kinder, das Risiko ist groß, der Markt ist schwierig….Zum Glück stand und steht ihr Mann bedingungslos hinter ihr und hält ihr den Rücken frei -  nicht nur finanziell, sondern auch im Alltag. Er übernimmt seinen Teil bei Hausarbeit und Kinderbetreuung, sodass Martina den nötigen Freiraum hatte, ihr Business Schritt für Schritt wachsen zu lassen.

Und so war sie sehr stolz, als es ihr gelang letztes Jahr nach nur 3 Jahren das erste Mal einen Überschuss zu erwirtschaften – und das gleich in Höhe von 100’000 Euro, dank eines lukrativen Großauftrags. Ihr war bewußt, dass sich das Schicksal auch schnell wieder wenden kann, und so wollte sie das Geld in der Firma sicher anlegen, um zur Not darauf zurückgreifen zu können – sei es für schlechte Zeiten oder um die Firma weiter auszubauen.

Also hat sie einen Termin mit ihrem Bankberater vereinbart, bei der Bank, die ihr schlussendlich auch den Kredit gegeben hat. Der riet ihr, in einen der Strategiefonds, dem Flagship Produkten der Bank zu investieren – quasi ohne Risiko mit toller Performance, wie er ihr stolz auf ein paar Grafiken zeigte, die sie nicht wirklich verstand. Aber sie vertraute ihm und kaufte den Fonds.

Und jetzt steht sie hier, ein Jahr später und starrt auf den Auszug. Das Depot ist nicht angewachsen, sondern geschrumpft. Aus den 100’000 sind 90’000 geworden. Gleichzeitig sieht sie die Kostenaufstellung: Insgesamt sind 7’000 von den 10’000 Euro, die nun weniger auf dem Konto sind an die Bank gegangen. Ungläubig greift sie zum Telefon, um ihren Bankberater zur Rede zu stellen.

“Nun ja, das ist im ersten Jahr ganz normal”, gibt er ihr noncharlant Auskunft. “Ich hatte Ihnen ja gesagt, dass wir einen Ausgabenkommission von 5% nehmen. Die Management Fee für den Fonds beträgt 1.5% und die Depotführungsgebühr ist 0.5%. Leider waren die Märkte auch etwas schwierig, so dass die Performance dieses Jahr nicht ganz so gut war, wir haben 3% verloren, was immer noch beser ist als der DAX. Der hat dieses Jahr 5% verloren, sie sind bei uns also gut weggekommen.”

Martina traut ihren Ohren nicht und wirft ihr Handy wütend in die Ecke. Gut weggekommen, wenn sie 10% Verlust auf ihr hart erarbeitetes Geld gemacht hat? So kann es nicht weitergehen. Sie beschließt, dass es Zeit wird, sich selbst mit dem Thema Finanzen zu befassen.

Wie sie das Thema angeht und was sie lernt? Martina nimmt uns in dieser Blogserie mit auf ihre Reise – mit typischen Fragen, großen Zweifeln und hoffentlich auch echten Aha-Momenten. Denn ihre Geschichte ist die vieler Frauen: engagiert, mitten im Leben, erfolgreich – und doch unsicher, wenn es ums Thema Geld geht.

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